Human@Work

Maßgeschneiderte Schritte für Flüchtlinge zum Eintritt in den regulären deutschen Arbeitsmarkt

Der Hintergrund

Die Arbeitsvermittlung durch die Arbeitsagentur kann nur in bestimmten Fällen erfolgen. Nämlich nur dann, wenn der Flüchtling einen Status hat, der ihm Leistungen nach dem 2. Sozialgesetzbuch zusichert (das sind Leistungen, die auch jedem anderen Staatsbürger in Deutschland zustehen). Dies ist bei weitem nicht bei allen Flüchtlingen der Fall! (siehe Übersicht “Wer darf arbeiten?”
Viele Flüchtlinge haben lediglich eine Duldung oder eine nur kurze Aufenthaltserlaubnis oder das Asylverfahren zieht sich in die Länge. Trotzdem bleiben diese Menschen oft ein Leben lang hier in Deutschland.

Wir sollten ihnen die Chance geben, unserem Sozialsystem etwas zurück zu geben und sich in unserer Gesellschaft zu integrieren und für sich selbst und ihre Familien zu sorgen.

Zusätzlich ist zu beachten, dass der Betreuungs- und Beratungsschlüssel, bei den Flüchtlingen, die Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die Arbeitsagentur haben, in der Praxis meist bei 1:400 Personen liegt. Eine Beratung kann hier nur begrenzt individuell erfolgen.

Das Projekt

Wir möchten eine persönliche Beratung leisten, die den Flüchtling als Menschen mit seinen Stärken und Schwächen annimmt, die Qualifizierungen anregt und die ihn unserem heimischen Arbeitsmarkt zuführt.
Es mangelt in Hamburg an Facharbeitskräften. Viele Ausbildungsstellen konnten in den letzten Jahren nicht besetzt werden, weil es an qualifizierten Bewerbern fehlte. Für viele Mangelberufe haben wir in der gesamten Bundesrepublik keine geeigneten Fachkräfte. (siehe “Positivliste Agentur für Arbeit”)
Viele der Flüchtlinge, die es bis hierher nach Deutschland schaffen, haben in ihrer Heimat in einem Beruf gearbeitet, sind gut ausgebildet und/ oder haben studiert.
Viele wollen nach ihrer Flucht ihr Studium oder ihre Ausbildung fortsetzen. Sie möchten in ihrem erlernten Beruf arbeiten und uns für unser Obdach, das wir Ihnen gewähren etwas zurück geben. Die Motivation in den Unterkünften ist sehr groß!

Im Einzelnen

In den Flüchtlingsunterkünften (ausschließlich Folgeunterkünfte) wird eine Informationsveranstaltung abgehalten. Diese erfolgt auf Englisch und wird durch einen oder mehrere Flüchtlinge ins arabische oder andere Sprachen übersetzt. Hier wird ein erster Überblick über die deutsche Gesellschaft und Arbeitswelt, sowie ihre Schwierigkeiten gegeben.
Im Anschluss wird ein Fragebogen verteilt. Darin tragen interessierte Flüchtlinge ihren Lebenslauf ein und die wichtigsten Bleibensvoraussetzungen. Danach erfolgt ein individuelles Coaching, in dem die Stärken des Einzelnen erfragt werden. Es werden passende Berufsbilder gesucht und Berufsqualifikationen überprüft.

Es folgen die Akquirierung von Hospitations- oder Arbeitserprobungsplätzen, Ausbildungsstellen oder Arbeitsplätzen in einem Netzwerk aus Unternehmen und Organisationen, die helfen wollen und/ oder denen Facharbeitskräfte fehlen. Wenn ein Arbeits-/ Hospitationsverhältnis oder eine Ausbildung für den Flüchtling in Aussicht steht, wird dieser durch Mentoren oder sog. Senior Experts betreut und begleitet, bis sich dieser vollständig in die Arbeitswelt integriert hat. Dies erfolgt zum Vorteil des Flüchtlings (andere Kulturen, Sprach- und Verständnisschwierigkeiten) und zum Vorteil des Unternehmens, das sich bei Problemen ebenfalls an den Mentor bzw. an uns wenden kann.

Wer darf arbeiten?

Download Positivliste Bundesagentur für Arbeit